Ordensritter 2009: Prof. Dr. Ing. Gerd Groten

Session 2008/2009 Ordensritter

"Ein Fels in der Brandung: Immer da, immer nah und unverwüstlich!"

In der Karnevalssession 2008/2009 hat das Ordenskomitee zur Verleihung des Ordens "Goldener Bockrijjer von Roda" in Fortführung des "Präsident-Jean-Pütz-Ordens" beschlossen, Herrn

Prof. Dr. Ing. Gerd Groten

mit dem von der 1. Gr. Karnevalsgesellschaft "De Bockrijjer" Herzogenrath von 1928 e.V. gestifteten Orden auszuzeichnen.

Damit würdigt das Ordenskomitee in besonderer Weise eine Persönlichkeit, die sich in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens aktiv engagiert und dadurch große Verdienste erworben hat.

Prof. Dr. Groten ist ein "echter rötscher Jung". Geboren in Bardenberg, wohnt er schon viele Jahre im schönen Noppenberg. Er besuchte das Gymnasium in Herzogenrath und begann nach dem Abitur seine Ausbildung bei der Bundeswehr als Offizier auf Zeit. Im Anschluss daran studierte er Bauingenieurwesen an der RWTH zu Aachen. Nach Diplomarbeit und Promotion lehrt er heute als Professor an der FH Dortmund und am Schweißinstitut der RWTH Aachen.

Neben einem ausgeprägten beruflichen Engagement liegt dem neuen Ordensträger der ehrenamtliche Einsatz in seiner Heimatstadt Herzogenrath ganz besonders am Herzen. Schwerpunktmäßig seien folgende verdienstvolle Leistungen genannt:

Die zeitlich längsten Ehrenämter hat Prof. Dr. Groten in "seinem" Blasorchester, dem Harmonieverein "Cäcilia" 1858 Herzogenrath-Afden inne. Seit vierzig Jahren spielt er in der Harmonie Flügelhorn und Trompete, elf Jahre war er Dirigent und sechzehn Jahre Schriftführer.

Seit 2003 ist Gerd Groten erster Vorsitzender der "Cäcilia". Viele Musikschüler hat er ausgebildet und damit sein Konzept einer zukunftsorientierten Vereinsentwicklung wirkungsvoll umgesetzt. Sowohl der Harmonieverein als auch das Jugendorchester haben im kulturellen Leben der Stadt Herzogenrath und der Region einen hohen Stellenwert. Darüber hinaus ist der Verein zweifellos ein gern gesehener und geachteter musikalischer Botschafter bei den internationalen Partnerschaftsbegegnungen in Plerin und Bistritz.

Der Ordensritter sieht sich selbst als Person, die gerne voller Ideen etwas initiiert und auf den Weg bringen will. Besondere Freude bereitet ihm das Gefühl, etwas zu verändern und nach Vorne zu bringen. Läuft eine Initiative dann prima und trägt sich selbst, zieht Professor Groten sich gerne zurück, damit Engagament nicht zur Routine wird.

Den Harmonieverein sieht er als sein Lebensexpriment. Viele Ämter hat er durchlaufen und ein wahres Auf und Ab im Vereinsleben gesehen. Heute ist ihm klar, dass ein gut laufendes Orchester immer von mehreren Personen getragen wird. So hob er in seinem Dank die Dirigenten, die Schriftführerin, die Geschäftsführer und andere "Harmonisten" hervor.

Die "Harmonie" sieht Gerd Groten derzeit in einem Ferrari 12-Zylinder mit Automatikgetriebe - alle Zahnräder greifen elegant ineinander, ein Schalten ist kaum mehr nötig. Als Realist mahnt der Ordensträger jedoch gleichzeitig, dass Vereine immer wie ein Börse sind: "Ein Crash kommt immer überraschend."

Damit seine "Rötscher" die berufliche Seite seines Lebens in aller Intensität kennenlernen, trug der neue Ordensträger eine wissenschaftliche Vorlesung zum Thema "Wie entsteht ein Trompetenton und wie kommt der Ton aus meinem Körper in Ihr Ohr, obwohl wir uns weder berühren, noch nahe sind?" vor. Der theoretische Teil wurde, wie im Hochschulbetrieb üblich, durch eine anschließende Übung vertieft.

Zur Schallausbreitung ist ein Medium unabdingbar. Das ist auch der Grund, warum sich die "Harmonie" in der Weltraumfahrt nicht wohlfühlen würde: Im luftleeren Raum könnte man ihren Wohlklang nicht hören!

Theoretisch wurden die Begriffe Schallgeschwindigkeit, Wellenlänge und Frequenz eingeführt und in anschaulichen Diagrammen erläutert. Der praktische Teil hatte die Blechblasinstrumente zum Gegenstand. Trompeten sind für bestimmte Tonfrequenzen gebaut. Aus der Tonfrequenz läßt sich die Länge des Schallrohrs ableiten. Die Trompete der Kapelle konnte mit den verfügbaren Geräten nicht mit hinreichender Genauigkeit vermessen werden. Aber ein Professor für Fügetechnik kann mit Handschuhen, Schutzbrille und feinem Werkzeug zerlegen, was einst gefügt wurde. Selbst der kleine Meßfehler konnte durch einen eleganten Hammerschlag ausgeglichen werden. Die Trompete, die am Ende der Vorlesung genauso kaputt war, wie eine ausgeräumte Leiche nach der Pathologievorlesung, wurde dem Ordenskomitee unter dem Posten "Investition in Jugend, Lehre und Ausbildung" in Rechnung gestellt.